Ernährung des Kaninchens

Kaninchen sind ausschliesslich Pflanzenfresser. Sie fressen Gras (oder getrocknete Gräser: Heu), Blätter, Knospen und Wurzeln. Diese Lebensmittel haben zwei Hauptmerkmale: Sie sind energiearm und sehr ballaststoffreich.

Eine besondere Anpassung

Der Körper des Kaninchens wurde modifiziert, um das Maximum aus dieser speziellen Ernährung herauszuholen. Seine Zähne wachsen kontinuierlich mit einer Rate von etwa 1 cm pro Monat. Der Blinddarm (Teil des Dickdarms) ist größer geworden und beherbergt eine besondere Verdauungsflora. Sie ist in der Lage, Pflanzenfasern durch Fermentation zu verdauen. Das Kaninchen praktiziert die Caecotrophie: Es frisst seinen speziellen «guten Kot» voller Nährstoffe, um die von den Bakterien vorverdaute Nahrung optimal zu verwerten. Das Kaninchen deckt 30-50% seines Energiebedarfs durch Caecotrophie.  Eine angepasste Ernährung garantiert daher seine Verdauungs- und Zahngesundheit. Im Gegenteil, wenn die Fütterung zu reich oder arm an Ballaststoffen ist, begünstigt es Fettleibigkeit, das Auftreten von weichem Kot und Magen-Darm-Störungen.

Kaninchen sind ausschließlich Pflanzenfresser, besser gesagt Blattfresser

Die Lebensmittelpyramide

1.   Heu und/oder frisches Gras: immer zur Verfügung, füttern Sie jeden Tag eine Menge, die dem Volumen des Kaninchens entspricht (auch wenn noch etwas übrig ist)

2.   Verschiedene Blattgemüse: mindestens 5 verschiedene Sorten pro Tag, 100g/kg pro Tag, verteilt auf 2 Mahlzeiten (morgens und abends)

    Eine ausführliche Gemüseliste finden Sie hier

    Beispiele:
    • Blattgemüse: Batavia, Kopfsalat, Eichblattsalat, Endivie, Zuckerhut, Spinat, Feldsalat, Mangold, Karottenspitzen, Rucola, Löwenzahn, Klee
    • Kräuter: Basilikum, Dill, Petersilie, Minze, Kerbel, Estragon, Koriander, Brunnenkresse, Portulak

    • Kohl: sollte in kleinen Mengen verfüttert werden, Gefahr von Blähungen: Grünkohl, Federkohl, Cima di rapa, Chinakohl, Brokkoli, Rosenkohl
    • Stängelgemüse: Stangensellerie, Fenchel, Liebstöckel

3.  Wurzelgemüse: gelegentlich in kleinen Mengen (höchstens 1-2x pro Woche), da sie sehr zuckerhaltig sind: Karotte, Pastinake, Topinambur

4.  Körner, Pellets, extrudiertes Futter: 1 Esslöffel pro Kaninchen pro Tag, sicher nicht mehr! Sie sind nützlich für Vitamine. Sie müssen von guter Qualität, homogen, ohne Getreide (Weizen, Hafer, Mais) sein. Sie müssen auch mindestens 15% Rohfasern enthalten.

" 5 am Tag "

Was ist mit Obst ?

Früchte sind sehr zuckerhaltig, sie sollten nur in sehr kleinen Mengen und nur als Leckerbissen angeboten werden: Apfel, Erdbeere, Himbeere…

Die Banane ist dagegen völlig verboten, sie kann ernsthafte Verdauungsprobleme verursachen!

Trockenes Brot für die Zähne ?

Im Gegensatz zu einem sehr hartnäckigen Mythos trägt Brot überhaupt nicht zur Abnutzung der Zähne bei. Im Gegenteil: Da es hauptsächlich aus Kohlenhydraten besteht, ist es viel zu energiereich. Das Kaninchen wird schnell satt und reduziert seine Heu- und Gemüseaufnahme, was zu Verdauungs- und Zahnproblemen führt.

Kaninchen trinken viel

Kaninchen trinken bis zu 100ml/kg/Tag. Das ist ein großes Glas Wasser (2dl) für ein 2kg schweres Kaninchen. Es ist auch doppelt so viel wie ein Hund! Eine Pipette/Trinkflasche ist überhaupt nicht an diesen hohen Wasserbedarf angepasst. Das Kaninchen wird 3x weniger trinken mit der Pipette als mit einem Wassernapf. Bieten Sie ihnen also Wasser in einer schweren Keramikschale an, damit sie die nicht umschütteln können.