Könnte meine Katze Arthrose haben ?

Arthrose wird oft mit älteren Hunden in Verbindung gebracht, doch auch Katzen sind davon stark betroffen. Diese schmerzhafte Erkrankung bleibt jedoch oft unbemerkt, obwohl sie einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität unserer Katzen haben kann.

Bei Katzen sind Schmerzen weniger sichtbar als bei Hunden. Als Beute und Raubtier zugleich sind Katzen besonders anfällig für einen der Prozesse: die Hemmung. Schmerzen oder die Angst vor Schmerzen veranlassen sie dazu, ihre Bewegungen einzuschränken, was anfangs sehr subtil sein kann und sich nur darin äussert, dass sie bestimmte Orte meiden, an denen sie sich normalerweise aufhalten.  

Was ist genau Arthrose ?

Arthrose ist eine chronische, degenerative Gelenkerkrankung. Sie geht mit einer fortschreitenden Abnutzung des Knorpels einher, der die Gelenke schützt. Mit der Zeit führt dies zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und Gelenkentzündungen.

Bei Katzen betrifft Arthrose am häufigsten:

  • die Hüften

  • die Knie

  • die Ellbogen

  • die Wirbelsäule

Arthrose ist in erster Linie eine Erkrankung, die mit zunehmendem Alter auftritt, ab einem Alter von 10 bis 12 Jahren. Unter bestimmten Umständen kann sie jedoch auch früher auftreten, beispielsweise nach einem Unfall, einer Operation oder bei Übergewicht.

Warum ist sie bei Katzen schwer zu erkennen ?

Die Krankheit entwickelt sich sehr langsam, was es für den Besitzer schwieriger macht, sie zu erkennen. Die Katze verändert ihr tägliches Verhalten.

Die Gelenke sind oft auf beiden Seiten betroffen (z. B. beide Ellenbogen), sodass die Katze in der Regel nicht an einem Bein hinkt.

Die Anzeichen sind daher oft subtil und entwickeln sich langsam:

  • verminderte Aktivität: geringere Sprunghöhe, Zögern vor dem Sprung auf Möbelstücke, Hochziehen auf Möbelstücke mit den Vorderpfoten, Schwierigkeiten beim Treppenlaufen

  • weniger Aktivität, längere Schlafphasen, Veränderung der Ruheposition oder des Ruheortes

  • weniger sorgfältige Fellpflege, Verfilzungen

  • Reizbarkeit, Verhaltensänderung, Isolation oder Rückgang der Interaktionen, des Spielverhaltens

  • Unsauberkeit, Schwierigkeiten bei der Benutzung der Katzentoilette (zu hohe Ränder, oder mit einem Dach), Urin um die Katzentoilette herum

Diese Veränderungen werden manchmal einfach als „Alterserscheinungen” interpretiert, obwohl sie auf fortschreitende Schmerzen hindeuten können.

Wie stellt man die Diagnose ?

Die Diagnose basiert auf :

  • der Beobachtung des Verhaltens der Katze zu Hause

  • der Vorgeschichte von Verhaltensänderungen

  • Videos der Katze in Bewegung zu Hause (ihr Verhalten in der Praxis ist völlig anders)

  • der klinischen und orthopädischen Untersuchung durch den Tierarzt

  • zusätzlichen Untersuchungen, falls erforderlich (insbesondere Röntgenaufnahme)

Der Besitzer spielt eine wesentliche Rolle bei der Diagnose von Arthrose bei Katzen: Die Beschreibung der im Alltag beobachteten Veränderungen ist für die Diagnose sehr hilfreich.

Wie kann ich die Arthrose meiner Katze behandeln ?

Auch wenn Arthrose nicht heilbar ist, gibt es zahlreiche Lösungen, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität Ihrer Katze zu verbessern:

  • Schmerzmittel (vorübergehend entzündungshemmende Medikamente, monatliche Injektionen zu Hause, Gabapentin…)

  • Nahrungsergänzungsmittel (Extrakte aus Grünlippmuscheln), Phytotherapie (CBD)

  • Anpassung der Umgebung (Stufen installieren, um das Klettern zu ermöglichen, zugängliche Schlafplätze, grosse, offene Katzentoilette mit tiefen Rändern)

  • Gewichtsmanagement, falls erforderlich

  • Alternativmedizin (Osteopathie)

Da jede Katze einzigartig ist, wird die Behandlung immer individuell angepasst.

„Es liegt mir am Herzen, eine individuelle Betreuung zu Hause anzubieten, um
den Stress Ihrer älteren Katze zu reduzieren. Zögern Sie nicht, mich direkt um
Rat zu fragen oder mich über meine Website für tierärztliche Hausbesuche zu kontaktieren vetdoula.ch

Dr med vet Marina Corsini